Auch beim Laufen ist Linksverkehr und rechts überholen angesagt. An den Verpflegungsstellen stellt man sich hinten an, wie an einer Bushaltestelle, und da die Engländer Picknick lieben, wird dort auch auf der Wiese eine kleine Sitz- und Esspause eingelegt. Auch das Wetter war sehr „englisch“.
So erlebte es Ultraläuferin Ruth Jäger, JSK Rodgau, die am 11./12. Juni beim „Heineken Race to the Tower“ in England teilnahm.ruth jaeger race to the tower Der Charity-Lauf, der zu Gunsten psychisch Kranker ausgerichtet wurde, konnte als Marathon, Doppelmarathon an zwei Tagen oder als Doppelmarathon nonstop in Angriff genommen werden. Der Trail führte von Whiteshill, einem Dorf in Gloucestershire, den Cotswold-Wanderweg entlang bis zum 16 m hohen Broadway Tower, oberhalb der Stadt Broadway in Worcestershire. (Der Turm wurde, einem Schloss ähnlich, 1794 von James Wyatt für Lady Coventry entworfen und errichtet. Diese wollte wissen, ob ein Leuchtfeuer auf dem Berg von ihrem Haus in Worcester aus zu sehen wäre, das heißt über eine Strecke von etwa 35 Kilometern).
Die 84,4 Kilometer lange Strecke mit 1871 positiven Höhenmetern, führte durch malerische schöne, typische Cotswold-Dörfer, durch alte Wälder, über Wiesen, Weiden, Felder, über schmale und steile Single Trails, die von Brennnesseln und Brombeerranken gesäumt waren. Und auf den Gipfeln angelangt, wurde man mit atemberaubenden 360 Grad Rundblicken belohnt. Die Bodenbeschaffenheit wechselte von Erde, Gras, Viehweiden, Schotter, Felsen, Wurzeln bis zu Lehmböden, wo es nach drei vorangegangenen Regentagen besonders matschig und glitschig war.

7 sogenannten „Pitstops“, d.h. Verpflegungsstellen, warteten mit reichlich Leckereien, Sandwiches, Porridge, Obst und heißen und kalten Getränken auf. Wasser musste man sich selber an großen Wasserbehältern zapfen. Für die „Nur-Marathonläufer“ stand nach 42,2 Kilometern ein Zeltübernachtungslager zur Verfügung. Dort gab es dann für alle Läufer verschiedene warme Essen, Suppen, Salate, Obst und ein Kuchenbuffet mit von einer Großbäckerei gesponserten mindestens 50 Kuchen und Torten.

Ruth Jäger nahm die 84,4 Kilometer nonstop in Angriff. Nicht nur die steilen An- und Abstiege nahmen Zeit in Anspruch, sondern auch 170 Viehgatter unterwegs, die geöffnet und wieder geschlossen, oder überstiegen werden mussten. Außerdem war am großen Verpflegungspunkt eine längere Pause ein unbedingtes Muss.

Den ganzen Tag war es bedeckt und windig mit einigen Aufheiterungen, jedoch abends gegen 7 Uhr kam leichter Regen auf. Durch die Stadt Broadway führten die letzten Kilometer, bevor es an den drei Kilometer langen, letzten steilen Anstieg ins Ziel zum Broadway Tower auf 313m Höhe ging.
Ruth Jäger erreichte nach 16:03 Stunden als Dritte in der Altersklasse W60 das Ziel.

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